Basketball in Barcelona

Im nur zweiten Turnier seit dem 10.Platz bei den EuroGames in München sind 8 Korbschlampen ans Mittelmeer gereist. In Barcelona gab es 14 Teams, aufgeteilt in 2 Gruppen. Das Ziel hiess das Viertelfinale zu erreichen und unter die ersten acht zu kommen. Um dies zu erreichen mussten wir 3 der 6 Gruppenspiele gewinnen.

So gab es am Freitag einen Supereinstand um 9Uhr morgens. Mit viel Stimmung, vielen Fans und einem guten Spiel gab es einen 36-24 Sieg gegen Kopenhagen. Michael war heiss drauf und machte über die Hälfte der Punkte, Andre ein Viertel und Seno und Dietmar den Rest.
Das zweite Spiel um 11.00 ging gegen eine den Gastgebern befreundete Hetenmannschaft, die auch am Ligabetrieb teilnimmt. Zur Halbzeit hatten wir eine knappe Führung, die wir in der zweiten Hälfte allerdings nicht halten konnten.
So stand es 22-24 am Ende. 2 Sekunden mehr Speilzeit und Gernot hätte den Ausgleich und seine ersten Punkte erzielt. Die "Heterosites" siegten im weiteren Verlauf immer wieder knapp mit einem oder zwei Punkte gegen andere Teams.
Am Nachmittag um 15.00 trafen wir auf den späteren Silbermedalliengewinner London International- in der einige Goldmedallienspieler von München aus Amsterdam standen. Der Halbzeitstand war 18-20. Zum Ende gab es aber eine 24-36 Niederlage.
Die Favoriten hatten mehr Probleme mit uns als ihnen lieb war.
Zum Schluss gab es die dritte Niederlage des Tages: ein klares 20-40 gegen das etwas ruppige Barcelona 1. Starke Abwehr, aber ein schwacher Korbabschluss liessen uns keine Chance gegen die Gastgeber.
Mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spielern sah es nicht gut aus unser Ziel zu erreichen.

Und so mit der Pflicht beide Spiele gewinnen zu müssen, um das Viertelfinale zu erreichen standen wir am Samstag um 9.00 wieder auf dem Feld.
Gegen den FVV Frankfurt, der zwei starke Aushilfsspieler aus anderen Teams hatte, weil ihr Team inzwischen auf vier Spieler reduziert war, gab es einen souveränen Auftritt und einen 31-25 Sieg. Während die Punktemacher vom ersten Tag etwas weniger erfolgreich waren, traf Seno oft und Dietmar fand im Laufe des Tages zu seiner Treffsicherheit zurück.
Gernot, Thomas und Oliver waren erfolgreich, nur Wily konnte sich in der Punkteliste nicht eintragen. Alle Spieler leisteten aber gute Abwehrleistungen. 3 Punkt Spieler wurden gut kontroliert, grosse Männer ausgeblockt und Rebounds oft geholt.

Um 11.40 ging es gegen Paris II also um Alles oder nichts. Rechnerisch hätte sogar eine Niederlage mit weniger als acht Punkten zur Viertelfinalteilnahme gerreicht, aber das Ziel war ein Sieg. Die 30 Minuten wurden zu einem Krimi in dem die Korbschlampen lange auf der Verliererstrasse waren, aber immer wieder die Führung übernehmen konnten und im Endspurt dann aber sogar eine Führung ausbauen und halten konnten. So gab es ein verdientes 35-29 und anstelle eines Nachmittags am schwulen Strand, der gleich neben der Halle lag, mussten/durften/konnten die Korbschlampen drei zusätzliche Spiele in den Platzierungsspielen von Platz 1 bis 8 bestreiten.

Nach dem Mittagessen ging es dann gleich im Viertelfinale gegen den Gruppensieger der Gruppe B und dem späteren Goldmedalliensieger London Cruisers weiter. Mit 10-50 war das Ergebnis recht klar und zeigte auch deutlich den Spielverlauf.
Nicht entmutigt, aber inzwischen mit schweren Armen und Beinen ging es nach einem Spiel Pause dann schon zur Revanche gegen Barcelona 1. Aber auch diesmal gab es kein Ankommen. Trotz intensiver Abwehr hiess es am Ende 22-43.
Nach einer weiteren Pause von nur 40 Minuten gab es dann das fünfte und letzte Spiel des Tages: Spiel um Platz 7.
Wieder gegen "Heterosites". Die Revanche für das knapp verlorene Hinspiele glückte aber nicht. Müdigkeit brachte häufige vermeidbare Fehler- Fehlpässe, Schrittfehler, nicht gefangene Bälle. 25-29 war das Ergebnis, dass mit etwas mehr Energie und Konzentration auch noch ein Sieg hätte sein können. Auch mangelnde Spiel- und Turnierpraxis machten an den zwei Tagen oft den Unterschied.

So gab es nach 2 Tagen mit immerhin 9 Spielen einen achten Platz. Das Ziel wurde erreicht, aber Hoffnungen, die nach den ersten beiden Siegen am Samstag auftraten wurden leider nicht erfüllt. Sportlich haben wir eine gute Leistung und eine Steigerung im Vergleich zu den letzten Turnieren gezeigt. Die anderen Teams waren positiv beeindruckt. Und auch unsere neuen Trikots (wir waren das einzige Team in Gelb) fand nur positive Kommentare.

Bei den Frauen, erging es den Amazonen wie uns in der Vorrunde. Mit nur einem Sieg am ersten Tag war die Enttäuschung gross, auch wenn die Niederlagen gegen die späteren Finalteilnehmer London Cruisers (Silber) und Paris (Gold), sowie dem EuroGames Titelverteidiger Fatal Attractions waren.
Am Samstag wurde die Vorrunde allerdings mit zwei Siegen abgeschlossen und so wurde ebenfalls das Viertelfinale erreicht. Gegen den Gruppenersten der zweiten Gruppe, Valencia, gab es im Viertelfinale eine Niederlage, die weiteren Spiele konnten allerdings gewonnen werden- auch wenn es im letzten Spiel einen Abbruch gab: Weil der Gegner sich unsportlich benahm, beendete der Schiedsrichter das Spiel ohne weitere Kommentare zur Verblüffung beider Teams. So wurden die Amazonen fünfter von ebenfalls 14 Teams. Gratulation.

Auch wenn man den südländischen Bonus gibt, gab es doch einige grobe Mängel in der Organisation: Spielregeln waren nicht schriftlich vorhanden, so gab es eine Auslegung der Regeln am Freitag und eine andere am Samstag. Vorab waren Spielpläne nur online abrufbar, wann wir Kampfgericht machen musten, erfuhren wir eher per Zufall erst am Spieltag. Tabellen gab es erst nach Abschluss der Vorrunde. Lagepläne der Lokalitäten gab es überhaupt keine. Die schriftliche Wegbeschreibung war öfters falsch oder mangelhaft, was zu sehr langen Fusswegen geführt hätte.
Das Brunch am Sonntag war wohl das Schlimmste, dass ich in 20 Turnieren erlebt habe.
Es gab kaum sitzgelegenheiten. Es war auf einem Sandplatz, also "open air". Wenn mehr als 1000 Leute gekommen wären, wäre nicht genug Platz gewesen. Auch die Essenssuswahl für jemanden wie mich, der keinen Fisch ißt, war arg beschränkt. Es gab 2 Arten von Paella- beide mit Seafood. Ansonsten Thunfisch, Spargel, verschiedene Salamis und eine Sorte Schinken. 15 Minuten vor Schluss haben sie nicht mehr nachgelegt. Ich bin erst 30 Minuten vor Brunchende gekommen und konnte somit nur einmal etwas essen.
Aber das Schlimmste war doch wohl die Atmosphäre- in sengender Hitze unter einem Sonnenschirm auf einem Sandplatz zu stehen.


Auf der postivien Seite stehen die gute Eröffnungsfeier, obwohl mit den endlosen Reden am Ende wohl der Abgang der Sportler angeregt werden sollte. Die Basketballhalle, die gleich am schwul-lesbischen Strand lag, war für sonnenhungrige Basketballer ideal gelegen. Die EuroGames Feier im luftigen Forum mit Freibier bis halb zwei Nachts am Samstag Abend war erste Klasse. Korbschlampen Fan Lucas erlangte einen kleinen Berühmtheitsstatus, als er als einziger Münchener in dem EuroGames Film erschien. Das Viertagesticket für 12€ war ein Superschnäppchen.

Wir freuen uns auf die kommenden Turniere, allen Voran Berlin im September und die OutGames in Kopenhagen in 2009.
Andre Wenzel